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Europa eine Seele geben [Giving Europe a soul] |
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11.12.2009 |
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Angesichts kultureller, gesellschaftlicher und sozialer Krisen kann auch die Kirche ihren Beitrag zu einem vereinigten Europa leisten. Dazu braucht es engagierte, kompetente und dialogbereite kirchliche Vertreter. Mit der Sozialakademie „Europa eine Seele geben“ der Kommende Dortmund werden osteuropäische Seminaristen zur kirchlichen Weltverantwortung im europäischen Einigungsprozess ausgebildet und zum Engagement ermutigt.
Das Ende der staatlichen Unterdrückung mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 stellte die Kirche vor neue Herausforderungen: Wie kann und soll sie die neuen demokratischen, marktwirtschaftlichen und kulturell pluralistischen Verhältnisse mit gestalten? Welchen Beitrag kann die Kirche auf der „Baustelle Europas“ im Rahmen ihrer Kompetenzen und ihres gesellschaftlichen und pastoralen Auftrags leisten, um den vielschichtigen Krisen zu begegnen? Wie ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen?
Um Orientierung, Mut, Engagement und Wissen zu vermitteln, kann die Erwachsenen- und Jugendbildung auch für sehr spezielle Zielgruppen und Themenfelder Lösungen finden und organisieren. So lädt seit 2007 die Kommende Dortmund, das Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn mit über 60 Jahren Erfahrung in der politisch-sozialen Bildungsarbeit auf der Grundlage der katholischen Soziallehre, in ihrem Osteuropa-Forum Seminaristen, Theologiestudenten und Priesteramtskandidaten [trainee priests] aus mittel- und osteuropäischen Ländern jedes Jahr zu einer fünfwöchigen internationalen Sozialakademie unter dem Banner „Europa eine Seele geben“ ein. Das Projekt steht unter dem Patronat des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden [Pontifical Council for Justice and Peace] „Justitia et Pax“. Die Seminaristen sollen einerseits in ihrer pastoralen Verantwortung angesichts der gesellschaftlichen Umbrüche gestärkt, sozialethisch geschult und im Rahmen eines internationalen Austausches gefördert werden. Andererseits werden sie in der Akademie mit konkreten lebensweltlichen Problemstellungen und politisch wie ökonomischen Strukturen konfrontiert, um praxisnah Handlungsmodelle und –alternativen für ihre Arbeit und Engagement kennen zu erlernen.
Im Jahr 2009 nimmt die Kommende Dortmund, eine Mitgliedseinrichtung der AKSB [Association of Catholic Social Training Centres], die fundamentalen Umbrüche in Wirtschaft und Gesellschaft in ihrer Sozialakademie zum Anlass, um den Einigungsprozeß in Europa und die Rolle der Kirchen sowie die politischen, kulturellen und religiösen Werte und ihre Bedeutung für das Zusammenleben der Menschen zu beleuchten. Schwerpunkthemen waren die konkreten aktuellen Herausforderungen zu Arbeit und Arbeitslosigkeit, soziale Sicherung und Armut, die Situation und Stärkung der Familien, die geforderte oder angemahnte Solidarität angesichts von Globalisierung, Schöpfungsverantwortung und bedrohter Umwelt. Hierbei spielten stets die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen und die Herausforderungen in den Herkunftsländern der Teilnehmer eine wichtige Rolle. Neben dem Themenfeld Arbeit und Soziales, das den Wandel der Arbeitswelten, Ausbildung, Arbeitslosigkeit und Arbeitsethik betrifft, dem Themenfeld europäische Institutionen und Politik sowie den europäischen Kulturen wird auch die kirchliche und gesellschaftliche Situation in Deutschland in den Blick. Ein wichtiger Aspekt orientiert sich zudem an dem Seminaraufbau in der modernen Erwachsenenbildung, wo Reflexion, Begleitung, Kultur-, kirchen- und sozialgeschichtliche Exkursionen oder auch außergewöhnliche zielorientierte Hospitationen einen hohen Stellenwert haben. So bildet den Höhepunkt als auch zugleich den Seminarabschluss der Sozialakademie ein fünftägiges Sozialpraktikum auf einem therapeutischen Bauerhof mit drogenabhängigen Jugendlichen. Die Konzeption, insbesondere die Mischung aus Lernen, Leben, Arbeiten, intensiver internationaler Begegnung und gemeinsamen Gebets und Spiritualität sichern den Erfolg dieses außergewöhnlichen Projektes, das unter der Leitung von Institutsdirektor Prälat [Prelate] Dr. Peter Klasvogt und seinem Stellvertreter Detlef Herbers seit seinem Beginn von rund 80 Seminaristen aus bislang zwölf osteuropäischen Ländern von Lettland bis Mazedonien durchlaufen wurde. Die Teilnehmer der Sozialakademie werden über jährliche Alumnitreffen weiter betreut. Ziel ist es, auf Dauer ein breites europäisches Netzwerk von kirchlichen Verantwortlichen zur Förderung des kirchlichen Engagements für ein vereinigtes Europa aufzubauen.
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Themen/Schlagworte:
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Practice => Continuing education seminarians; Eastern Europe; unemployment; active participation
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